Die Tragödie beginnt im Himmel, bei einem Gespräch zwischen Mephistopholes und Gott, die bereitwillig um Fausts Seele wetten. Diese werde auf ewig Mephistopholes zugesprochen, sollte es ihm gelingen Faust auf seine Wege zu ziehen.
Indessen quält sich Faust mit der Welt und der Medizin, in seinem Studierzimmer und beschwört von beidem enttäuscht einen Erdgeist. Von diesem abgewiesen will sich Faust das Leben nehmen, wird jedoch von den schallenden Osterglocken zurückgehalten. Bei einem Spaziergang sieht er anhand trinkender Bauern die Beschränktheit der menschlichen Existenz und ihm wird die eigene Widersprüchlichkeit bewusst.
Diesen Worten aufmerksamst lauschend, und somit von Fausts Archilles-Ferse erfahrend, lässt Mephistopholes aufmerksam werden. Fausts Wunsch bestätigt Mephistopholes die richtige Wahl getroffen zu haben.
Bei der Verjüngung in der Hexenküche, sieht Faust zum ersten Mal Margarete in einem Zauberspiegel, und ist sofort von ihr begeistert. Faust bedrängt Mephistopholes ihn mit Margarete zusammenzuführen, und dies ohne Rücksicht auf deren familiäre Bindungen, der Tradition und deren Behagen. Dies gelingt auch nach zwei Geschenken.
Von Fausts Eloquenz, Wissen und seiner dunklen Seite fasziniert geht auch Margarete einen, nicht ausdrücklichen, aber stillschweigenden Pakt mit Mephistopholes bei der Akzeptanz des zweiten gefüllten Schmuckkästchens, ein.
Sie gibt auf Fausts Bitte ihrer Mutter ein Anästhetikum die daraufhin verstirbt. Zu gleichen Zeit duellieren sich Faust und Margaretes Bruder Valentin, der die verlorene Ehre seiner Schwester retten will und bald darauf verstirbt. Darauf hin tötet Margarete ihr Kind und endet im Kerker.
Mephistopholes und Faust fliehen um nach einer nächtlichen Ausflug in der Walpurgisnacht, in den Kerker der Angebeteten hinabzusteigen und um sie zu befreien. Doch Margarete kündigt, wieder stillschweigend, den Pakt mit Mephistopholes und möchte lieber ihrer gerechten Strafe entgegensehen.
"Gericht Gottes! Dir hab‘ ich mich übergeben!...Dein bin ich, Vater! Rette mich!"
Von Goethes ‚Faust‘ steckt voller Anspielungen und Seitenhiebe, die aber so klug versteckt sind, dass sie nicht sofort zu erkennen sind.
Die Wette die der Teufel mit einem Gott abschliesst, mit den Worten: ‚Nicht irdisch ist des Toren Trank noch Speise‘ ; was soviel heissen will, dass es ihm ein leichtes sein wird ein passendes Opfer zu finden da jeder der das Leben liebt, leichter zu verführen ist als eine genügsame Natur.
Faust war Mephistopholes von Anfang an unterlegen, da dieser ihn, aufgrund seiner inneren Zerrissenheit, mit den eigenen Worten schlagen konnte: ‚Verachte nur Vernunft und Wissenschaft, Des Menschen allerhöchste Kraft, Laß nur in Blend- und Zauberwerken Dich von dem Lungengeist bestärken‘.
Im Hexenhaus ist die Szene in der die Hexe Mephistopholes nicht erkennt auch sehr interessant und aussagekräftig: ‚O Herr verzeihet den rohen Gruß! Seh‘ ich doch keinen Pferdefuß‘ Das soll ausdrücken, dass der Teufel immer unter den Menschen ist, und meist nur nicht erkannt wird, was auch in der Anwort dessen klar ersichtlich ist :‘ Was den Fuß betrifft, den ich nicht missen kann, Der würde mir bei Leuten schaden; Darum bedien ich mich wie mancher junge Mann, Seit vielen Jahren falscher Waden . Der Seitenhieb auf die jungen Männer soll glaube ich bedeuten, dass wenn diese ihre Liebsten schon täuschen können so fällt es dem Teufel noch viel leichter die Menschen zu täuschen.
Nachdem Faust den Trank zu sich genommen hat prophezeit ihm Mephistopholes: ‚Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, Bald Helenen in jedem Weibe.‘ Mit Helenen ist natürlich die sagenhafte, von Paris geraubte Griechin Helena, die wegen ihrer unglaublichen Schönheit von jeder Frau beneidet und von jedem Mann begehrt wurde, gemeint. Dieses perfekte Äussere brachte ihr auch den Zorn von den Neid von Aphrodite/Venus ein nein, sie löste damit auch den trojanische Krieg aus, der in der Zerstörung Trojas gipfelte. Damit will Goethe uns glaube ich mitteilen, dass Faust aber nicht nur körperlich sondern auch geistig jünger werde, da junge Männer, aufgrund des höheren Destosteronspiegels im Durchschnitt einen grösseren Anteil der weiblichen Bevölkerung als attraktiver beurteilen als ältere Männer das tun würden.
Die vielen Personen, die im Walpurgisnachtstraum auftreten sollen die Aspekte Fausts Persönlichkeit darstellen, die sich zu dem vorgefallenen äussern.
Autor
Johann Wolfgang Goethe
Verlag
Reclam, Ditzingen; Auflage: [Auflage unbekannt] (31. Dezember 1996)
Format
Reclam (Taschenbuch); (136 Seiten)
Sprache
Deutsch
Diesen Artikel haben wir am Montag, 25. Oktober 2010 in unseren Katalog aufgenommen.

Neue Artikel